Wie Hypnose Traumapatienten bei emotionalen Blockaden hilft

Hypnose spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Traumatherapie, indem sie Patienten hilft, tief verwurzelte emotionale Blockaden zu überwinden und Zugang zu unbewussten Erinnerungen zu erhalten. Diese Technik fördert nicht nur die symptomatische Linderung bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen, sondern unterstützt auch tiefgreifende Heilungsprozesse. Durch die Kombination von Hypnose mit traditionellen Therapieansätzen können Patienten ihre emotionalen Probleme besser verstehen und bewältigen, was zu einem gesteigerten emotionalen Wohlbefinden führt.

Wie oft haben Sie sich gefragt, ob es einen Weg gibt, die tief verwurzelten emotionalen Blockaden zu überwinden, die Ihr Leben belasten? In meinem neuesten Blogbeitrag über die transformative Kraft der Hypnose in der Traumatherapie erfahren Sie, wie diese faszinierende Technik nicht nur den Zugang zu Ihrem Unterbewusstsein ermöglicht, sondern auch heilende Eigenschaften entfaltet, die Ihnen helfen können, mit Herausforderungen wie Depressionen, Zwängen und Panikattacken umzugehen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie, wie ich Ihnen mit Hypnose auf Ihrem Weg zur Heilung neue Perspektiven eröffnen kann.

Hypnose als therapeutisches Werkzeug

Hypnose ist eine faszinierende Technik, die in der Traumatherapie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie wird oft als ein effektives Mittel angesehen, um tief verwurzelte emotionale Blockaden zu überwinden und den Zugang zu unbewussten Gedanken und Gefühlen zu ermöglichen. Die Hypnose funktioniert durch einen veränderten Bewusstseinszustand, in dem der Patient eine erhöhte Suggestibilität aufweist und sich besser auf innere Bilder und Emotionen konzentrieren kann. In diesem Zustand können negative Erfahrungen und Traumata, die im Unterbewusstsein gespeichert sind, bearbeitet und neu interpretiert werden. Dies ist besonders wertvoll in der psychologischen Behandlung, da viele psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, Zwänge und Panikattacken, oft auf unverarbeiteten Erlebnissen basieren.

Die Grundlagen der Hypnose

Die Grundlagen der Hypnose sind sowohl faszinierend als auch komplex. Sie umfasst verschiedene Techniken und Ansätze, die darauf abzielen, den Patienten in einen entspannten Zustand zu versetzen, in dem er offener für therapeutische Interventionen ist. Der Prozess beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der ich die individuellen Bedürfnisse des Patienten erfasse. Anschließend wird der Patient durch gezielte Entspannungstechniken und suggestive Sprache in einen hypnotischen Zustand geleitet. Während dieser Phase kann ich mit dem Patienten an spezifischen Themen arbeiten, die für dessen Heilungsprozess relevant sind. Das Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Patienten zu aktivieren und ihm zu helfen, emotionale Blockaden zu lösen.

Hypnose und ihre heilenden Eigenschaften

Die heilenden Eigenschaften der Hypnose sind besonders bemerkenswert, wenn es um die Behandlung von Traumata geht. Studien zeigen, dass Hypnose nicht nur zur Linderung von Symptomen beiträgt, sondern auch tiefgreifende Veränderungen im emotionalen Erleben bewirken kann. Beispielsweise berichten viele Patienten nach Hypnosesitzungen von einem verminderten Angstempfinden und einer erhöhten Fähigkeit, mit belastenden Erinnerungen umzugehen. In einigen Fällen konnten sogar langanhaltende Symptome wie Depressionen oder Zwangsstörungen signifikant reduziert werden. Fallstudien belegen diese positiven Effekte und verdeutlichen, wie Hypnose als ergänzende Methode zur herkömmlichen Therapie eingesetzt werden kann.

Der Prozess der Hypnosetherapie

Der Ablauf einer Hypnosetherapie ist entscheidend für den Therapieerfolg. In der ersten Sitzung wird in der Regel eine Vertrauensbasis geschaffen, da eine offene Kommunikation unerlässlich ist. Dort erkläre ich den Ablauf der Hypnosetherapie und beantwortet alle Fragen des Patienten. Sobald eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut wurde, beginnt die eigentliche Hypnosesitzung. Mit verschiedene Entspannungstechniken und einfühlsamer Sprache wird der Patient dann in den hypnotischen Zustand versetzt. Während dieser Phase setze ich gezielte Suggestionen oder suche spezifische Erinnerungen, die im Zusammenhang mit den psychischen Symptomen stehen. Nach der Sitzung erfolgt oft eine Nachbesprechung, um die Erfahrungen des Patienten zu reflektieren und weitere Schritte zu planen.

Die Kombination aus einem strukturierten Prozess und der individuellen Anpassung an die Bedürfnisse des Patienten macht die Hypnosetherapie zu einem wirkungsvollen Instrument in der Traumatherapie. In den folgenden Abschnitten werden wir uns näher mit den Herausforderungen der Traumatherapie auseinandersetzen und untersuchen, wie Hypnose speziell eingesetzt werden kann, um emotionale Blockaden zu lösen und Heilungsprozesse zu fördern.

Traumatherapie und ihre Herausforderungen

Traumatherapie stellt Therapeuten und Patienten vor besondere Herausforderungen. Die Komplexität von Traumata und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sind oft tief verwurzelt und können verschiedene Formen annehmen.

Arten von Traumata

Traumata lassen sich grob in akute und chronische Traumata unterteilen. Akute Traumata resultieren meist aus einem einmaligen, belastenden Ereignis, wie einem Unfall, einer Naturkatastrophe oder einem Übergriff. Diese Ereignisse können zu sofortigen emotionalen und psychischen Reaktionen führen, die oft in Form von Angstzuständen, Schlafstörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) auftreten. Auf der anderen Seite stehen chronische Traumata, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln. Diese sind häufig das Ergebnis von wiederholten negativen Erfahrungen, wie Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit. Die langfristigen Auswirkungen solcher Erfahrungen können tiefgreifende Veränderungen in der emotionalen und psychologischen Verfassung einer Person hervorrufen.

Ein weiterer Aspekt sind sekundäre Traumata, die durch die Belastung entstehen, die andere Menschen erleben, beispielsweise Angehörige von traumatisierten Personen oder Fachkräfte im Gesundheitswesen. Diese Menschen können ebenfalls Symptome entwickeln, die mit den Erfahrungen der Betroffenen in Verbindung stehen. Es ist wichtig zu erkennen, dass jede Form von Trauma individuell erlebt wird und daher unterschiedliche Symptome hervorrufen kann.

Symptome von Trauma

Die Symptome von Trauma sind vielfältig und können sowohl physische als auch psychische Aspekte umfassen. Zu den häufigsten psychischen Symptomen zählen Angstzustände, Depressionen, Zwänge und Panikattacken. Diese Symptome können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen und das soziale sowie berufliche Funktionieren stark einschränken. Betroffene erleben oft eine ständige innere Unruhe und haben Schwierigkeiten, sich auf alltägliche Aufgaben zu konzentrieren.

Darüber hinaus können körperliche Symptome wie Schlafstörungen, chronische Schmerzen oder psychosomatische Beschwerden auftreten. Diese physischen Manifestationen sind häufig Ausdruck des emotionalen Stresses, den die Betroffenen empfinden. Die Verbindung zwischen Körper und Geist ist hierbei entscheidend: Psychische Belastungen können sich direkt auf das körperliche Wohlbefinden auswirken. Daher ist es wichtig, nicht nur die psychischen Symptome zu behandeln, sondern auch den körperlichen Ausdruck des Traumas zu berücksichtigen.

Die Rolle des Therapeuten

Die Herausforderungen in der Traumatherapie liegen nicht nur in der Identifikation der Symptome und der Art des Traumas, sondern auch in der Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Vertrauen ist ein zentraler Bestandteil dieser Beziehung; Patienten müssen sich sicher fühlen, um über ihre Erfahrungen sprechen zu können. Therapeuten müssen daher einfühlsam und geduldig sein, um einen geschützten Raum zu schaffen, in dem Patienten ihre Gefühle und Gedanken offenbaren können.

Ein weiteres wichtiges Element ist die Sensibilisierung für die individuellen Bedürfnisse jedes Patienten. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf traumatische Erlebnisse; daher ist es entscheidend, dass Therapeuten flexibel auf die spezifischen Anforderungen ihrer Patienten eingehen. Dies kann durch den Einsatz verschiedener therapeutischer Methoden geschehen, darunter Gesprächstherapie, kognitive Verhaltenstherapie oder auch alternative Ansätze wie Hypnose.

Insgesamt erfordert die Traumatherapie ein hohes Maß an Fachwissen und Empathie seitens des Therapeuten sowie eine aktive Mitwirkung des Patienten. Nur durch diese Zusammenarbeit kann ein effektiver Heilungsprozess eingeleitet werden.

Der Einfluss von Hypnose auf die Traumatherapie

Hypnose kann eine wertvolle Unterstützung in der Traumatherapie bieten. Sie ermöglicht es den Patienten, Zugang zu tief verborgenen Emotionen und Erinnerungen zu erhalten, die oft mit ihren Symptomen verbunden sind. Durch diesen Zugang können emotionale Blockaden gelöst werden, was zu einer Linderung der Symptome führen kann. Darüber hinaus fördert Hypnose Entspannung und hilft den Klienten dabei, ihre Ängste zu reduzieren.

Die Integration von Hypnose in die Traumatherapie stellt eine vielversprechende Möglichkeit dar, um Heilungsprozesse zu unterstützen und das emotionale Wohlbefinden der Betroffenen zu fördern.

Die Rolle von Hypnose in der Traumatherapie

Hypnose spielt eine entscheidende Rolle in der Behandlung von traumatischen Erfahrungen. Diese Technik ermöglicht es, tief verwurzelte emotionale Blockaden zu identifizieren und aufzulösen, die oft das tägliche Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. In der Traumatherapie wird Hypnose nicht nur als Werkzeug zur symptomatischen Linderung eingesetzt, sondern auch als Mittel zur Förderung eines tiefgreifenden Heilungsprozesses. Der Zugang zum Unterbewusstsein, den die Hypnose bietet, eröffnet Patienten die Möglichkeit, sich ihren Ängsten und belastenden Erinnerungen zu stellen, ohne sich dabei überfordert zu fühlen.

Hypnosetherapie als ergänzender Ansatz

Hypnose kann als ergänzender Ansatz zu anderen therapeutischen Methoden betrachtet werden. Die Kombination aus Hypnose und traditionellen Therapieformen wie kognitiver Verhaltenstherapie oder Gesprächstherapie hat sich als besonders effektiv erwiesen. Während die Gesprächstherapie oft auf bewusste Gedanken und Verhaltensmuster fokussiert ist, ermöglicht die Hypnose den Patienten, in tiefere emotionale Schichten vorzudringen. Hierdurch können sie unbewusste Konflikte und Emotionen aufarbeiten, die möglicherweise für ihre Symptome verantwortlich sind.

Ein Beispiel für die Wirksamkeit dieser Kombination zeigt sich in der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Patienten berichten häufig von einer signifikanten Reduktion ihrer Symptome, nachdem sie in Hypnosesitzungen an belastenden Erinnerungen gearbeitet haben. Diese Sitzungen helfen nicht nur dabei, die Erinnerungen neu zu verarbeiten, sondern fördern auch ein Gefühl der Kontrolle und des Empowerments. Patienten lernen, dass sie nicht länger von ihren Erinnerungen überwältigt werden müssen, sondern aktiv an ihrer Heilung arbeiten können.

Emotionale Blockaden lösen

Ein zentrales Ziel der Hypnosetherapie ist es, emotionale Blockaden zu lösen. Oft entstehen solche Blockaden durch unverarbeitete Erlebnisse oder traumatische Erfahrungen, die im Unterbewusstsein gespeichert sind. Diese Blockaden können sich in Form von Angstzuständen, Depressionen, Zwängen oder Panikattacken manifestieren. Durch gezielte Suggestionen während der Hypnosesitzung können Patienten lernen, diese Blockaden zu erkennen und aufzulösen. Durch einen Prozess der Selbstreflexion helfe ich dann dabei, neue Perspektiven auf ihre Erfahrungen zu entwickeln.

Die heilenden Eigenschaften der Hypnose sind besonders bemerkenswert, wenn es um die Behandlung von Traumata geht. Studien belegen, dass viele Patienten nach Hypnosesitzungen eine signifikante Verbesserung ihres emotionalen Wohlbefindens erfahren. Sie berichten von einer Verringerung ihrer Symptome und einem gesteigerten Gefühl des inneren Friedens. Hypnose wirkt hierbei nicht nur auf psychischer Ebene; auch körperliche Symptome können gelindert werden, da viele psychosomatische Beschwerden eng mit emotionalen Konflikten verbunden sind.

Der hypnotische Zustand und seine Vorteile

Der hypnotische Zustand selbst ist ein wesentlicher Bestandteil des Heilungsprozesses. In diesem Zustand sind Patienten oft offener für Suggestionen und können sich besser auf innere Bilder und Empfindungen konzentrieren. Dies ermöglicht es ihnen, tiefere Einsichten in ihre emotionalen Probleme zu gewinnen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Die Entspannung, die während einer Hypnosesitzung erreicht wird, trägt ebenfalls dazu bei, Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Ein weiterer Vorteil der Hypnosetherapie ist die Möglichkeit der individuellen Anpassung an die Bedürfnisse des Patienten. Jeder Mensch bringt einzigartige Erfahrungen und Herausforderungen mit sich; daher ist es wichtig, dass Therapeuten flexibel auf diese eingehen können. Die Integration von Hypnose in den Therapieprozess erfordert ein hohes Maß an Trauma-Fachkenntnis und Empathie sowie eine aktive Mitwirkung des Patienten.

Insgesamt zeigt sich, dass Hypnose ein wertvolles Werkzeug in der Traumatherapie darstellt. Sie fördert nicht nur die emotionale Heilung, sondern unterstützt auch den Klienten dabei, ein tieferes Verständnis für sich selbst und seine Erfahrungen zu entwickeln. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen die Wirksamkeit von Hypnose und zeigen, dass diesem faszinierenden Prozess wichtige neurobiologische Grundlagen zugrunde liegen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Hypnose

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Hypnose hat in den letzten Jahrzehnten an Dynamik gewonnen und zeigt zunehmend, wie diese Technik in der Traumatherapie eingesetzt werden kann. Die Ergebnisse zahlreicher Studien belegen die Wirksamkeit von Hypnose in der Therapie und eröffnen neue Perspektiven für Betroffene, die unter psychischen Symptomen wie Depressionen, Zwängen oder Panikattacken leiden.

Studien zur Wirksamkeit

Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit von Hypnose in der Therapie. Eine Metaanalyse, die mehrere klinische Studien zur Hypnosetherapie untersucht hat, zeigt signifikante Verbesserungen bei Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). In diesen Studien wurde festgestellt, dass Patienten, die Hypnose als Teil ihrer Behandlung erhielten, eine deutliche Reduktion ihrer Symptome im Vergleich zu Kontrollgruppen aufwiesen, die keine Hypnose erhielten. Diese Ergebnisse belegen, dass Hypnose nicht nur eine ergänzende Methode ist, sondern auch als eigenständige Therapieform in der Traumatherapie von Bedeutung sein kann.

Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist eine Studie, die sich mit der Behandlung von Depressionen durch Hypnose beschäftigt hat. Die Forscher fanden heraus, dass Patienten, die regelmäßig hypnotherapeutische Sitzungen in Anspruch nahmen, signifikant weniger depressive Symptome berichteten als jene, die lediglich eine traditionelle Gesprächstherapie erhielten. Diese Erkenntnisse unterstützen die Annahme, dass die heilenden Eigenschaften der Hypnose eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung psychischer Erkrankungen darstellen können.

Neurobiologische Grundlagen

Die neurobiologischen Grundlagen der Hypnose sind ein spannendes Forschungsfeld. Während einer Hypnosesitzung zeigen bildgebende Verfahren wie die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), dass bestimmte Gehirnregionen aktiver sind als im normalen Wachzustand. Insbesondere Bereiche, die für Emotionen und Gedächtnis zuständig sind, weisen erhöhte Aktivität auf. Diese Beobachtungen legen nahe, dass Hypnose es ermöglicht, tiefere emotionale Schichten zu erreichen und unverarbeitete Erinnerungen zu bearbeiten.

Darüber hinaus zeigt die Forschung, dass während der Hypnose Veränderungen in der neuronalen Konnektivität auftreten. Dies bedeutet, dass verschiedene Hirnregionen effektiver miteinander kommunizieren können. Diese veränderte Kommunikation könnte erklären, warum Patienten während einer Hypnosesitzung oft Zugang zu Erinnerungen und Emotionen haben, die ihnen zuvor nicht zugänglich waren. Die Fähigkeit, diese emotionalen Blockaden aufzulösen und neue Perspektiven zu entwickeln, ist entscheidend für den Heilungsprozess in der Traumatherapie.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Rolle des Stresshormons Cortisol während der Hypnosesitzungen. Studien zeigen, dass Patienten nach einer Hypnosesitzung niedrigere Cortisolspiegel aufweisen, was auf eine Reduzierung von Stress und Angst hindeutet. Diese physiologischen Veränderungen tragen dazu bei, dass Patienten sich entspannen können und somit offener für therapeutische Interventionen sind.

Die Kombination aus wissenschaftlicher Evidenz und neurobiologischen Erkenntnissen untermauert die Bedeutung von Hypnose in der Traumatherapie. Diese Technik bietet nicht nur einen Zugang zu unbewussten Konflikten und Emotionen, sondern fördert auch das Verständnis für die eigenen Erfahrungen und deren Auswirkungen auf das aktuelle Leben.

Im nächsten Abschnitt werden wir uns mit der praktischen Anwendung von Hypnose in der Therapie beschäftigen und nützliche Tipps geben, wie Betroffene diese Methode effektiv in ihren Heilungsprozess integrieren können.

Praktische Anwendung und Tipps für Betroffene

Betroffene sollten wissen, wie sie Hypnose in ihre Therapie integrieren können. Die praktische Anwendung von Hypnose in der Traumatherapie erfordert ein gewisses Maß an Verständnis und Vorbereitung. Es ist wichtig, dass Patienten sich über die Methode informieren und sich bewusst sind, wie Hypnose ihnen helfen kann, emotionale Blockaden zu lösen und ihre Symptome zu lindern. Der erste Schritt besteht darin, einen qualifizierten Therapeuten zu finden, der Erfahrung in der Anwendung von Hypnose bei Traumatisierung und eine Heilerlaubnis hat. Viele bieten inzwischen Hypnose an, haben dabei aber nicht die Erlaubnis und die fachliche Eignung, um mit psychischen Störungen und Traumatisierungen zu arbeiten. Daher ist hierauf unbedingt bei der Auswahl des Therapeuten zu achten. Dieser muss dabei mindestens die Heilerlaubnis nach Heilpraktikergesetz aufweisen oder Psychologe oder Psychotherapeut sein, um Hypnose bei psychischen Störungen auch einsetzen zu dürfen. Dazu ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Patient und Therapeut ebenfalls sehr entscheidend für den Therapieerfolg. Denn nur bei Sympathie und Vertrauen schafft einen geschützten Rahmen, um sich auch öffnen zu können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vorbereitung auf die Hypnosetherapie. Patienten sollten sich Zeit nehmen, um ihre Erwartungen und Ziele zu definieren. Was möchten sie durch die Hypnosetherapie erreichen? Welche spezifischen Symptome möchten sie lindern? Diese Überlegungen können den Therapeuten dabei unterstützen, die Sitzungen individuell anzupassen und gezielte Interventionen anzubieten. Zudem ist es ratsam, vor der ersten Sitzung Fragen zu stellen. Patienten sollten sich nicht scheuen, ihren Therapeuten nach dem Ablauf der Hypnosetherapie, den verwendeten Techniken und den möglichen Ergebnissen zu fragen. Ein offenes Gespräch kann dazu beitragen, Ängste abzubauen und das Vertrauen zu stärken.

Während der Hypnosesitzungen ist es wichtig, dass Patienten aktiv mitarbeiten. Hypnose erfordert eine gewisse Bereitschaft zur Selbstreflexion und zum Loslassen von Widerständen. Patienten sollten sich darauf einstellen, in einen tiefen Entspannungszustand einzutauchen, was ihnen helfen kann, Zugang zu unbewussten Gedanken und Emotionen zu erhalten. Die Suggestionen des Therapeuten spielen dabei eine zentrale Rolle; sie sollen positive Veränderungen fördern und emotionale Blockaden auflösen. Patienten sollten sich auch bewusst sein, dass der Prozess Zeit braucht. Veränderungen geschehen oft nicht über Nacht, sondern sind das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit an sich selbst.

Nach den Sitzungen ist eine Nachbesprechung von großer Bedeutung. Patienten sollten die Möglichkeit haben, ihre Erfahrungen zu reflektieren und Fragen zu klären. Diese Nachbesprechungen bieten auch Raum für das Festhalten von Fortschritten und das Anpassen zukünftiger Sitzungen. Es kann hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, um Gedanken und Gefühle nach den Sitzungen festzuhalten. Dies ermöglicht eine tiefere Einsicht in den eigenen Heilungsprozess und hilft dabei, Muster zu erkennen.

Zusätzlich zur Hypnosetherapie können Patienten auch andere Methoden in Betracht ziehen, um ihre psychische Gesundheit zu unterstützen. Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen können ergänzend zur Hypnose eingesetzt werden. Ebenso kann eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Hypnose als Teil einer umfassenden Therapie kann eine wertvolle Unterstützung bieten. Indem Patienten aktiv an ihrem Heilungsprozess mitwirken und offen für neue Erfahrungen sind, können sie die heilenden Eigenschaften dieser faszinierenden Technik voll ausschöpfen.

Fazit

Die Reise zur Heilung ist oft ein komplexer, aber auch zutiefst lohnenswerter Prozess, der durch verschiedene therapeutische Ansätze bereichert werden kann. In diesem Kontext hat sich Hypnose als ein bemerkenswert effektives Werkzeug in der Traumatherapie etabliert, das nicht nur den Zugang zu tief verwurzelten emotionalen Blockaden ermöglicht, sondern auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion und inneren Transformation fördert. Durch die gezielte Anwendung von Hypnose können Patienten nicht nur ihre Symptome wie Depressionen, Zwänge und Panikattacken lindern, sondern auch ein umfassenderes Verständnis für ihre emotionalen Herausforderungen entwickeln. Die heilenden Eigenschaften der Hypnose zeigen sich besonders eindrucksvoll in der Art und Weise, wie sie es ermöglicht, belastende Erinnerungen neu zu verarbeiten und emotionale Blockaden aufzulösen, was zu einer signifikanten Verbesserung des psychischen Wohlbefindens führt. Der strukturierte Ablauf einer Hypnosetherapie, der von der Vertrauensbildung über die eigentliche Sitzung bis hin zur Nachbesprechung reicht, ist entscheidend für den Therapieerfolg; er bietet eine sichere Umgebung, in der Patienten sich öffnen und an ihrer Heilung arbeiten können. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Hypnose untermauern zudem deren Bedeutung in der modernen Traumatherapie und zeigen auf, dass die neurobiologischen Grundlagen dieser Technik einen tiefen Zugang zu den emotionalen Schichten des Unterbewusstseins ermöglichen. Für Betroffene ist es wichtig, sich gut über die Möglichkeiten der Hypnosetherapie zu informieren und einen für psychische Störungen qualifizierten Trauma-Therapeuten auszuwählen, um das volle Potenzial dieser Methode auszuschöpfen. Hypnose ist also nicht nur ein wertvolles Instrument in der Traumatherapie, sondern leistet auch einen bedeutenden Beitrag zur emotionalen Heilung, weil es Patienten dazu ermutigt, sich ihren inneren Konflikten zu stellen und neue Wege des Wohlbefindens zu beschreiten.

Auszug aus meinem neuen Projekt: „Fein mit NEIN! Das Buch zum Neinsagen – Schluss mit Dauer-Jasagen“

Nicht-Nein sagen können und sich nicht abgrenzen zu können ist immer noch einer der großen „Volkskrankheiten“ hinter Stress, Burnout, Erschöpfung und Überlastung.

Weil dieses Thema so wichtig ist, gibt es dazu demnächst von mir „Fein mit NEIN! – Das Buch zum Nein sagen“. Momentan arbeite ich fleißig daran und es ist auch schon sehr weit gediehen.

Da ich wie immer tief in das Muster und vor allem in die Ursachensuche gehe, um diese aufzulösen, wird dies erneut ein Buch, das wirkt. Lassen Sie sich überraschen, wenn ich Sie damit demnächst erfolgreich an die Hand nehmen werde und zum Neinsagen-Profi ausbaue! Ich freue mich darauf!

Klappentext:

Viele Menschen haben ein großes Problem damit, an sinnvollen Stellen ihres Lebens Nein zu sagen. Selbst bei ungesunden Anforderungen und starker Überlastung sind sie in einer Dauer-Jasagen-Schleife gefangen, weil verschiedenste Gründe verhindern, dass ein Nein über Ihre Lippen kommt. Auf Dauer ist das jedoch ungesund und dazu überaus anstrengend.

Doch immerzu Jasagen muss nicht sein:

Dieses Buch zeigt Ihnen, warum Sie immer wieder Ja sagen müssen und hilft Ihnen, dies abzustellen. Zusätzlich gibt es Ihnen erfolgreiche Techniken zum Neinsagen an die Hand, um bald zum Neinsagen-Profi zu werden. Am Ende erhalten Sie Ihre Wahlfreiheit zurück und können bald ganz nach Ihren Wünschen selbstbewusst auch Nein sagen.

PS: @mindquieting_daily ist meine Instagramseite, wo ich täglich neue Coachingimpulse gebe

©Nicole Teschner, 2022

Psychische Erkrankung? Oft die Antwort aufs Leben!

girl-worried-1215261Menschen, die Symptome wie Depressionen, Ängste, Zwänge oder psychosomatische Beschwerden entwickelt haben, sind nicht nur durch diese Symptome selbst belastet, sondern werden häufig auch noch stigmatisiert. Denn immer noch gibt es Menschen, die derartige Symptome bei anderen lapidar kommentieren mit: ‚Der/die ist nicht normal!‘, ‚Der/die hat…(Depressionen, Ängste, Panik etc.)‘ mit Effekt-heischendem ‚der ist ja irre‘-Ausdruck…

All diese dürfen Sie gerne fragen, ob sie einen Menschen auch als ‚nicht-normal‘ abstempeln würden, der nach einem Unfall wegen eines gebrochenen Beines humpelnd vorübergeht…? Falls nicht, dann erklären Sie ihm gerne, dass bei psychischen Erkrankungen dasselbe Ursache-Wirkung-Prinzip wie bei einem Beinbruch gilt:

Ursache  –>  Folge  –>  Wirkung

  • Unfall  –> gebrochenes Bein  –>   Humpeln
  • Organische Störung  –> gestörter Hirnstoffwechsel  –> psych. Symptom(e)
  • Unfall –> Hirnverletzung  –> psych. Symptom(e)

In diesem Beispiel habe ich bis jetzt erst einmal nur Fälle genannt, wo klar nachweisbare körperliche Ursachen psychische Symptome auslösen. Und wenn diese gefunden werden,  ist die Akzeptanz für die psychischen Symptome bei den meisten Menschen auch gleich da und Kommentare wie oben unterbleiben.

Doch was ist, wenn der Arzt keine Stoffwechselstörung, organische Störung o.ä. finden kann und es keine Hirnverletzung gibt? Heißt das dann, dass es keine Ursache gibt, die die Wirkung (das Auftreten von psychischen Symptomen) rechtfertigt?

Und hier kommt von mir ein ganz klares NEIN!

Tag für Tag stelle ich bei meiner Arbeit fest, dass man für JEDES Symptom auch eine Ursache finden kann: jedes psychische Symptom (sofern eben keine körperlichen Ursachen vorliegen) ist eine Antwort auf das Leben, dass der Patient bis zu unserem aktuellen Gespräch hinter sich gebracht hat.

Manchmal ist es die Antwort auf das aktuelle Leben, oft eine Antwort auf das Leben in der Kindheit oder die Antwort auf isolierte Erfahrungen aus Kindheit/Vergangenheit/ jüngster Vergangenheit.

Hier gilt genauso:

 Ursache  –>   Folge   –>   Wirkung

‚Biografischer Unfall‘ (Vorfall)  –>         seelische Verletzung     –>   psych. Symptom(e)

Vielfach lassen sich bei Auftreten solcher Symptome dann auch missglückte Bindungen oder Bindungserfahrungen zu Vater oder Mutter (oder auch beiden) oder anderen nahe stehenden Personen finden, emotionale und körperliche Grenzüberschreitungen oder traumatische Erlebnisse, die nicht verarbeitet wurden.

Und daher ist das Erste, was ich Patienten oft vermittele, genau dieses Prinzip: dass es keinen Anlass zur Scham gibt, welche die Patienten sehr häufig anfangs sehr stark empfinden, weil sie sich stigmatisiert fühlen durch die äußere Meinung und anfangen zu glauben, sie wären tatsächlich ‚irgendwie nicht normal‘. Sondern dass es in ihrem bisherigen Leben irgendwann einen oder mehrere ‚ biografischen Unfälle‘ gegeben hat, die nun zu diesen Symptomen führen – nur dass die erlittenen seelischen Schmerzen sich erst jetzt auf diese besondere Art und Weise bemerkbar machen, damit sich der vor mir sitzende Mensch endlich der Wunden widmet und dafür sorgt, dass sie geheilt werden!

Dies erleichtert viele Patienten sofort sehr und motiviert sie für die Therapie. Und zusammen mit meinem Spürsinn und gut angewendeter Methodik, um die Ursachen aus dem Unbewussten ins Bewusste zu holen, machen wir uns dann auf den Weg, um die erlittenen ‚biografischen Unfälle‘ und den entstandenen seelischen Schmerz mit seinem Symptomen nachträglich zu lindern…

Fazit: ein Mensch, der an Depressionen, Ängsten, Zwängen o.ä. leidet – auch wenn keine Ursache offensichtlich ist –  hat auch immer einen oder mehrere gute Gründe dafür: es ist die Art seiner Psyche momentan über die dahinter unbewusst/verborgen liegenden ‚biografischen Unfälle‘ und Verletzungen zu sprechen‘…

©Nicole Teschner – 2018



Es ist soweit: das Burnout-Special kommt!

lassedesignen-fotolia
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Es ist endlich soweit: mein Burnout-Special folgt in den nächsten Wochen auf diesem Blog und ist gerade hoch-akut in der Entstehung!

Angefangen mit meiner Sicht auf die allseits herrschenden Kontroversen, ob denn nun Burnout tatsächlich vom Job kommt oder nicht und ob ein Burnout nur eine verkappte Depression ist oder nicht, möchte ich anschließend einen intensiven Einblick in die beruflichen und auch persönlichen Ursachen geben, die zum Burnout führen: ich werde über die wichtigsten beruflichen Energiekiller schreiben und über die – für mich deutlich bedeutenderen – apokalyptischen Reiter des Burnout.

Ebenso möchte ich mich auch der Burnout-Entstehung widmen – allerdings nur in Kurzform, da unheimlich viele Modelle bereits nieder geschrieben wurden und darüber inzwischen viel bekannt geworden ist.

Was mir weiterhin ein großes, wichtiges Anliegen sein wird, ist eine Übersicht über das Symptomspektrum zu geben und aufzuklären, was ein Burnout ist und was nicht. Denn inzwischen wird der Begriff ‚Burnout‘ doch sehr inflationär verwendet. Manchmal ist es richtig, manchmal aber auch nicht – hier möchte ich noch ein wenig mehr Klarheit schaffen!

Abschließend noch eine Betrachtung anhand der Arbeiten des von mir sehr bewunderten Aaron Antonovsky, der die Suche nach den Ursachen für Gesundheit (und in der Umkehr für Krankheit und auch drohendem Burnout) sehr einfach auf den Punkt gebracht hat. Lassen Sie sich überraschen und stellen Sie sich dann selbst auf die Probe, ob Sie dort richtig sind, wo Sie aktuell Ihre Brötchen jagen!

Sollten Sie hin und wieder selbst einmal darüber nachgedacht haben, ob Sie ein Burnout-Kandidat sind: ich verspreche Ihnen, Sie werden sich in dem Falle an der einen oder anderen Stelle garantiert wieder finden!

Ich freue mich also schon auf die einzelnen Veröffentlichungen und über Ihr fleißiges Mitlesen!

©Nicole Teschner, 2015

Foto-Copyright: lassedesignen, fotolia

Stoppt die Stigmatisierung: Vorsicht! Toxische Scham!

 

copyright: pathdoc, fotolia
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Der vorherige Artikel über die Gruppe Menschen, die sich nicht traut, auf ihre psychische Not aufmerksam zu machen und daher vielleicht sogar Suizid begeht, führt mich zu dem mächtigsten aller unangenehmen Gefühle: der Scham. Patienten die Scham zu nehmen, ist für gewöhnlich meine erste Aufgabe in der täglichen Praxis, wenn ein Patient neu zu mir kommt. Oft ist diese extrem stark und macht es dem Patienten zunächst unmöglich, sich mit den eigentlichen Themen hinter ihren Symptomen auseinander zu setzen.Aber warum ist Scham das am meisten ‚pathologische‘ Gefühl aller negativ erlebten Gefühle?

Während Gefühle wie Trauer, Wut, Aggression, Verachtung, Ekel, Angst etc. bereits massive Veränderungen im Erleben und im Verhalten der Patienten auslösen, ist Scham ein Gefühl, dass von seiner Wirkung her diesen noch weit überlegen ist: Unerlöst wirkt sie sich ‚hoch toxisch‘ auf die seelische Gesundheit aus. Wenn auch schon Trauer, Wut, Aggression, Verachtung, Ekel, Angst sehr verändernd wirken und auch Gefühle von Ohnmacht, Verzweiflung und Hilflosigkeit stark einschränkend sind: Scham führt die Liste der ungünstigen Gefühle bezüglich der ‚toxischen‘ Wirkung auf die Psyche an!

Um dies zu erklären, möchte ich für belastende Gefühle die dahinter verborgene Botschaft nennen:

So bedeutet z.B. aufkommende

  • Trauer: ‚mir ist etwas passiert, was ich nicht wollte…‘
  • Wut: ‚ich habe nicht das bekommen, was ich wollte…‘
  • Aggression: ‚ich muss mich gegen (…) wehren…‘
  • Angst: ‚ich muss hier weg!‘
  • Schuld: ‚ich habe etwas falsch gemacht…‘

Bei all diesen Gefühlen erkennt das Bewusstsein trotzdem jedoch, dass es potenziell noch Auswege gibt, die den Stress senken könnten:

  • Bei Trauer z.B.: ‚ich muss nächstes Mal verhindern, dass sich ähnliches wiederholt!‘
  • Bei Wut: ‚ich muss aufpassen, dass ich nächstes Mal ‚zu meinem Recht‘ komme!‘
  • Bei Aggression: ‚nächstes Mal werde ich mich (besser) wehren!‘
  • Bei Angst: ‚ich passe besser auf und vermeide es in Zukunft lieber!‘
  • Bei Schuld: ‚nächstes Mal mache ich es richtig (oder besser)!‘

Mit dem unbewussten Erkennen noch potenzieller Auswege entsteht trotz all dieser negativer Gefühle immer noch ein Funken Hoffnung, dass sich die Lage bald ändern bzw. bessern wird – und die Patienten spüren dies daran, dass es ihnen zwischendurch vorübergehend auch mal ein bisschen besser geht…

Bei Ohnmacht, Hilflosigkeit und Verzweifelung ist die ‚Pathogenität‘ schon höher:

Denn die dahinter liegenden Botschaften bedeuten:

  • Ohnmacht: ‚ich muss es ertragen, ohne mich wehren (oder fliehen) zu können!‘ oder ‚ich bin machtlos!‘
  • Verzweifelung: ‚es ist aussichtslos!‘ oder ‚es wird sich niemals ändern!‘
  • Hilflosigkeit: ‚es gibt keine Hilfe für mich!‘

Durch die unbewusste Einschätzung, dass es wohl aktuell keinen Ausweg aus der Situation gibt, entsteht Stillstand und Hoffnungslosigkeit. D. h. die Menschen verharren quasi und warten ab, ob sich die Situation irgendwie wieder bessert (…by the way: erinnert Sie das an eine Depression?…)

Aufkommende Scham setzt jedoch in puncto ‚Pathogenität‘ noch eins drauf:

Denn während bei Gefühlen von Trauer, Wut, Aggression usw. zumindest noch Aktionismus in irgendeiner Form stattfindet und Menschen mitunter in einem Zustand der Aussichts- und Hoffnungslosigkeit lange bewegungslos verharren können, setzt Scham dagegen eine Negativ-Spirale in Gang, die zusehends mehr die Identität, die Zugehörigkeit zu den Mitmenschen und die geglaubte Daseinsberechtigung der Betroffenen bedroht:

Denn die verborgene Botschaft hinter der Scham ist: ‚ICH bin falsch!‘ und signalisiert: ‚ändere Dich sofort!‘

Zwar ist die Fähigkeit Scham zu fühlen evolutiv sehr nützlich (führt sie doch dazu, sich in Gruppen durch das Wahrnehmen von persönlichen Schwächen und deren Veränderung besser anpassen zu können, um so einen potenziellen Ausschluss aus der Gruppe zu verhindern und weiterhin deren größeren ‚Überlebensvorteil‘ nutzen zu können), doch wird dieses Gefühl höchst schädlich, wenn eine Selbständerung nicht möglich ist:

Wenn sich nämlich die Scham-auslösenden Parameter der persönlichen oder bewussten Kontrolle entziehen – wie es bei psychischen Symptomen meistens der Fall ist – und der Mensch alleine schon für das bloße Vorhandensein solcher Parameter verurteilt wird (Stigmatisierung!), entwickelt sich eine charakteristische, höchst-ungünstige Gedanken-Spirale, die bis zu Suizid-Fantasien und -handlungen reichen kann. Denn das unbewusste Denken ändert sich dabei in etwa wie folgt:

Wenn ‚ich falsch bin‘ (…nicht genüge…) und mich nicht ändern kann, bin ich eine Belastung für die Gruppe… und wahrscheinlich auch für die ganze Welt…besser wäre, es gäbe mich nicht mehr…

Somit entstehen durch nicht auflösbare Gefühle von großer Scham starke innere Spannungen, die allmählich unerträglich werden:

  • Im fast günstigeren Fall kann diese Spannung dann noch durch  zusätzliche ‚Übersprungs-Syndrome‘ reduziert werden: z.B. indem dann zu den bereits vorhandenen Symptomen noch ein Zwang oder Wahn oder eine Sucht entsteht und damit die Spannung pseudo-gelöst wird.
  • Im schwerwiegenden Fall entstehen jedoch Fantasien und Wünsche von ‚Selbstauflösung‘, um den nicht-lösbaren Scham-Konflikt zu beenden: d.h. es kommt zu passiven Todesfantasien, Todeswünschen, Todessehnsucht oder auch zu selbstschädigendem Verhalten oder aktiv suizidalen Handlungen.

Was bedeutet nun Stigmatisierung für Patienten mit psychischer Erkrankung?

Wenn psychische Erkrankungen oder Symptome stigmatisiert werden, dann fühlen sich Patienten ‚falsch‘ – es entsteht Scham. Die Scham lässt sich jedoch nicht  abbauen, da sich psychische Symptome, wie z.B. Depressionen, Ängste, Zwänge etc. nicht (oder noch nicht) willentlich abstellen oder kontrollieren lassen. Somit sind diese Menschen ihrer Scham hilflos ausgeliefert: sie wirkt sich toxisch aus und leitet zu dem bereits vorhandenen Schwierigkeiten eine ungünstige Entwicklung ein – mit negativen bis potenziell tödlichen Konsequenzen!

Wir alle können also Verantwortung für betroffene Menschen übernehmen und ihnen helfen, dass sich die Lage zumindest nicht verschlimmert, indem wir ihnen Verständnis für ihre psychische Erkrankung entgegenbringen und unvoreingenommen Unterstützung anbieten!

©Nicole Teschner 2015

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Der wohl gewichtigste Grund, warum Stigmatisierung unterbleiben sollte

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Suizide sind ein schwieriges Thema.

Leider suizidieren sich weltweit immer noch zu viele Menschen. Für Hinterbliebene ist jeder Suizid sehr belastend. Denn immer bleibt neben der entstandenen Lücke durch das Fehlen des verstorbenen Menschen auch die Frage nach dem ‚warum hat er/sie das getan?‘ zurück.

Manchmal suizidieren sich Menschen, ohne dass das Umfeld vorher Hinweise bekommt, die ein Eingreifen und Hilfestellung vielleicht noch möglich gemacht hätte. Hier kommt dann zu der Frage nach dem ‚warum‘  auch noch die belastende Frage nach dem: ‚Warum hat er/sie nichts gesagt? Ich  hätte doch helfen wollen/können!‘ hinzu.

Sicherlich haben Suizidenten ganz verschiedene Motive, warum sie sich das Leben nehmen und auf welche Art und Weise sie das tun. Und manche Suizidenten planen ihren Suizid absichtlich so, dass das Umfeld vorher keine Hinweise auf ihre Absichten bekommt –eben damit niemand sie davon abhalten kann.

Doch es gibt auch Suizidenten, die vorher Hinweise geben: Oft ‚nur leise‘, am Rande, unauffällig:

Wenn wir überlegen, warum dies wohl ‚nur leise‘, ‚am Rande‘, ‚unauffällig‘, ‚zaghaft‘ geschieht, finden wir sicherlich auch wieder verschiedene Motive:

Manchmal reicht vielleicht die Kraft bei diesen Menschen einfach nicht mehr aus, um ‚lauter‘ auf ihre drängenden Probleme aufmerksam zu machen. Manchmal könnte es so sein, dass sie sich von ihren schüchternen oder nur noch schwachen Hilferufen sowieso keine Hilfe mehr erhoffen, weil sie in der Vergangenheit genau diese Erfahrung gemacht und inzwischen resigniert haben….

Doch manchmal könnte es auch so sein, dass dieses ‚nur leise Hinweise geben‘ deswegen ‚leise‘ geschieht, weil die Suizidgefährdeten ‚Angst vor Zurückweisung‘, vor ‚belächelt-werden‘, vor ‚sowieso nicht ernst-genommen werden‘ haben…und um ihre eh schon als sehr verfahren erlebte Lage durch die befürchtete Gleichgültigkeit/das  Unverständnis von Mitmenschen nicht noch schlimmer zu machen, versuchen sie eben nur ganz vorsichtig – eben leise! – auf ihre Lage und ihre Verzweifelung aufmerksam zu machen…

Was wäre wohl, wenn wir diesen Menschen – wie klein oder wie groß dieser Anteil auch immer sein mag – das Vertrauen geben könnten, nicht belächelt, nicht stigmatisiert und nicht abgewiesen, sondern ernst genommen und verstanden zu werden, sodass sie ihre Absichten ‚lauter‘ äußern könnten, um Hilfe zu bekommen?

Wie viele Suizide könnten wir in Zukunft wohl einfach dadurch verhindern, dass wir einen allgemein akzeptierten und verstandenen und hilfreichen Boden für psychisch Notleidende bieten?

Dies ist der wohl gewichtigste Grund, warum es absolut notwendig ist, jeden Menschen mit psychischen Erkrankungen und Symptomen ernst zu nehmen und zu verstehen und endlich die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen zu beenden! Abwertende Bemerkungen sollten stets unterbleiben und ALLE sollten sich bemühen, Betroffenen das Vertrauen zu geben, auch ‚laut‘ auf sich und ihre Probleme aufmerksam machen zu dürfen!

…denn denken Sie immer daran: Sie wissen nie, wer und wie viele ihrer Lieben sich aktuell ebenfalls nicht traut, ‚laut‘ nach Hilfe zu rufen und daher schamhaft schweigt!

©Nicole Teschner, 2015

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Niemand werfe den ersten Stein: keiner ist vor psychischen Erkrankungen gefeit!

Martin Ivask - Fotolia
Copyright: Martin Ivask – Fotolia

Es ist ganz und gar nicht so, dass es die klassische Persönlichkeit gibt, die geboren wird, um dann eines Tages unweigerlich an einer Depression, Ängsten, Zwängen, wahnhaften Störungen o.ä. zu erkranken.

Natürlich kommen wir mit unterschiedlicher genetischer Ausstattung auf die Welt, so dass wir mehr oder weniger anfällig für Stress und psychische Störungen sind. Dennoch bestimmt im großen Maße das, was wir nach unserer Geburt im Leben erleben, ob es zu psychischen Erkrankungen kommt oder eben nicht. Dieses Arbeits-Modell bezeichnet man auch als Vulnerabilitäts-Stress-Modell (übersetzt Anfälligkeits-Stress-Modell): Ist jemand von Geburt an durch seine Gene vulnerabler (anfälliger), wird er demnach eher oder schneller an einer psychischen Störung erkranken als jemand, der weniger anfällig ist.

Heißt das nun, dass nur die von Geburt an stress-anfälligeren Menschen eine psychische Störung entwickeln können und die anderen ‚damit raus‘ sind?

Nein! Denn es kann genauso jemanden treffen, der mit geringerer Anfälligkeit auf die Welt gekommen ist: Auch dieser kann an einer Depression oder wahnhaften Störung oder Ängsten, Zwängen, psychotischer Entgleisung o.ä. erkranken, denn

  1. gibt es prinzipiell die Möglichkeit im Laufe eines Lebens eine körperliche Störung zu entwickeln, die dann psychiatrische Symptome nach sich zieht: Solche körperlichen Ursachen können z.B. eine organische Funktionsstörung (z.B. der Leber oder Niere) sein, eine Verletzung des Gehirns (z.B. durch ein Schädel-Hirn-Trauma), eine latente Vergiftung durch toxische Substanzen (z.B. überhöhter Alkoholkonsum), Vitaminmangelzustände oder hormonelle Entgleisungen. Wenn diese Ursache durch einen Arzt erkannt und behoben wird, bessert sich die psychische Störung in der Regel jedoch wieder rasch. Und
  2. kann es sogar Menschen treffen, die körperlich völlig fit sind, noch niemals zuvor an einer psychischen Erkrankung gelitten haben und von Geburt an weniger anfällig für Stress sind (und ein recht stressarmes Leben geführt haben): Entscheidend ist einfach, was und wieviel im Leben dieses Menschen plötzlich passiert oder auf einmal wegbricht und wie stark diese Ereignisse die Person durchschütteln und in seiner Existenz und Persönlichkeit bedrohen!

Der Grund für diese allgemeine Anfälligkeit eines Menschen für psychiatrische Symptome liegt darin, dass unser Gehirn universellen Stress-Antwort-Mustern unterliegt, denen sich kein Mensch entziehen kann: plötzlicher Extremstress (wie durch ein traumatisches Erlebnis) oder genauso auch lange Zeit moderater ‚unlösbarer und unabänderlicher‘  Stress mit Ohnmachtsgefühlen, der sich addiert, wirken beide sehr schädlich auf das Gehirn und verändern die Gehirn-chemischen Abläufe in spezifischer Weise. Die Folgen davon sind zunächst verändertes Verhalten, Fühlen und Erleben und bei unverändert anhaltendem Stress sogar die Entwicklung einer psychischen Störung.

Dazu ein fiktives Beispiel, wie es zu einer solchen Entwicklung kommen könnte:

Ein kerngesunder Mann, der recht entspannt durch Kindheit und Jugend gekommen ist und immer sehr gelassen war, glücklich in einer Beziehung mit der Liebe seines Lebens lebt und ein 10jähriges Kind und eine gute Arbeitsstelle hat, möge mit seiner Familie eines Tages auf einen Ausflug fahren. Plötzlich – aus unerklärlichen Gründen – kommt er als Fahrer des Wagens von der Fahrbahn ab und fährt gegen einen Baum. Durch diesen Unfall sterben seine Frau und sein Kind und er überlebt – allerdings querschnittsgelähmt. Dadurch ist er fortan auch nicht mehr in der Lage, seinen ehemaligen Job auszuüben…

Was glauben Sie, wie lange wird es brauchen, bis dieser Mann Symptome einer Depression (‚eines dauerhaften Bedrückt-sein‘) zeigen würde? Und würden Sie es nachvollziehen können, wenn er Ihnen dann sagen würde, er sehe überhaupt keinen Sinn mehr in seinem Leben?? Wahrscheinlich würden Sie mit ihm mitfühlen und sofort verstehen, dass der Autounfall bei diesem Mann einen gravierenden ‚Unfall an seiner Psyche‘ mit sich gebracht hat, der nun in Form einer Depression sichtbar wird…

Zugegeben: dies ist sicherlich ein extremes Beispiel, wie ein Mensch plötzlich z.B. in eine Depression geraten kann, aber solche Dinge passieren…

Für den einen muss halt erst sehr viel passieren, bis es zu derartigen Symptomen kommt (‚es muss halt sehr dick kommen‘), bei anderen, die schon mehr gelitten haben im Leben und dies (noch) nicht verarbeitet haben (‚dessen Rucksack voll ist‘), reichen manchmal auch schon geringere Anlässe.  Wenn ein Mensch (ohne körperliche Ursache) jedoch psychiatrische Symptome entwickelt, dann gibt es auch immer ‚gute Gründe‘ hinter den Symptomen – auch wenn die Betroffenen selbst den dahinter liegenden Gründen oft über ihre Sprache noch keinen Ausdruck verleihen können!

Wichtig ist hier festzuhalten: frei von Depressionen, Ängsten, Zwanghaftigkeiten o.ä. zu sein, ist keine Garantie dafür, dass es auch so bleiben wird – und wenn dies ‚nur‘ eines Tages durch eine organische Fehlfunktion ausgelöst sein kann!

Darum: niemand werfe den ersten Stein und verurteile Menschen mit Symptomen einer psychischen Störung – denn wahrscheinlich kennen Sie nicht die ganze Geschichte dahinter. Und wie schon bemerkt: sogar Sie könnten unverhofft betroffen sein und werden sich dann sicher auch Verständnis wünschen!

©Nicole Teschner, 2015

Fotocopyright: Martin Ivask – Fotolia

Neue Serie: Psychische Erkrankung – stoppt die Stigmatisierung!

Man thinking in small chair
Paul Clarke – photoxpress.com

Ich hatte unlängst eine Diskussion: Mein Gesprächspartner vertrat die Meinung, dass Menschen, die einmal psychisch krank waren auch immer psychisch krank bleiben würden bzw. wieder werden…(nebenbei bemerkt: er ist nicht ‚vom Fach‘, sondern ganz einfach ein Mensch, der sich seine (falsche!) Meinung über Menschen mit psychischen Erkrankungen gebildet hatte…). Ich widersprach ihm sehr und sagte ihm, dass er damit eine große Halbwissenheit zu psychischen Erkrankungen hat, komplett in Schubladen denkt und mit falschen Vorurteilen durchs Leben läuft.

Und auch, wenn ich ihm seine Aussage komplett widerlegen konnte, bin ich doch immer noch geschockt, wie viele Menschen heute noch nicht verstanden haben, dass es nicht nur unfair und gemein ist, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu stigmatisieren, sondern auch kontraproduktiven Zusatzstress für diese ohnehin schon sehr belasteten Menschen bedeutet.

Und daher habe ich mich nun entschieden, in den nächsten Wochen hier eine Artikelserie zu veröffentlichen, um das Verständnis für Menschen mit psychischen Erkrankungen zu verbessern und Betroffenen und Angehörigen zu helfen, ihre Lage als weniger aussichtslos zu betrachten, als Menschen mit derartigen Meinungen sie glauben machen (oder machen wollen).

Ich möchte mit den Artikeln in den nächsten Wochen verdeutlichen, dass

  • niemand den ersten Stein werfen möge…denn keiner ist vor psychischen Erkrankungen gefeit (und zwar auch nicht vor den rein psychisch bedingten psychischen Erkrankungen!)
  • psychische Erkrankungen immer eine oder mehrere Ursachen haben – nur sind diese manchmal nicht so offensichtlich wie in den Fällen bei psychischen Störungen, wo der Arzt eine körperliche Ursache nachweisen und im Idealfall auch beheben kann,
  • es nicht bedeutet, wenn man einmal durch psychische Ursache psychisch erkrankt war, dass das Schicksal damit unheilvoll besiegelt ist und man immer psychisch erkrankt bleiben wird oder immer wieder erkranken muss (eine gute Auf- und Bearbeitung der psychisch bedingten psychischen Störung vorausgesetzt)
  • dass es keinen Grund für Scham bei Betroffenen gibt

Ich hoffe, dass ich einen guten Beitrag damit gegen die immer noch herrschende Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen leisten kann und Diskussionen, wie ich sie führen musste, damit seltener werden!

Ich wünsche mir sehr, dass Sie die kommende Serie fleißig mitlesen werden, viele Erkenntnisse für sich selbst und die Menschen in Ihrer Umgebung sammeln, eine andere Sicht auf psychische Erkrankungen und Menschen mit psychischen Erkrankungen bekommen werden und die Artikel fleißig verbreiten und teilen werden!

Herzlichst,

Nicole Teschner

 

©Nicole Teschner, 2015

 

 

Was Sie über Panikattacken wissen sollten und warum Panikattacken auch auf einen Burnout hinweisen können – Teil II – Ursachen und Ausblick

photo-copyright Alexey Klementiev, photoxpress.com
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Raus aus der Panikspirale – es lohnt sich!

Je länger ein Mensch unter Panikattacken gelitten hat, – insbesondere, wenn diese unberechenbar unspezifisch und häufig auftreten (sich also inzwischen eine  vollständige Panikstörung gebildet hat), desto mehr Energie erfordert es natürlich, um aus der gelernten Panikspirale und dem Angst-Kreislauf wieder herauszukommen.

Daher ist es unbedingt wichtig, so früh wie möglich zu akzeptieren, dass die Ärzte recht haben könnten, dass keine körperliche Ursache zu finden und der Ursprung in der eigenen Psyche zu suchen ist: also nach bestehenden, unbearbeiteten und oft unbewussten Konflikten oder länger andauernden oder traumatischen Belastungen zu forschen ist.

Natürlich mag es zunächst schwierig erscheinen, diese Suche anzutreten. Dennoch lohnt es sich sehr, dem Kreislauf wieder zu entkommen, denn

  • im Gegensatz zu definitiv unheilbaren Krankheiten ist die Prognose einer Panikstörung bei guter Mitarbeit und guter Therapie sehr gut. D. h. es gibt viele Beispiele von Betroffenen, die sich aus einer solchen Störung komplett wieder herausgearbeitet haben und irgendwann einen guten, oft sogar verbesserten normalen Lebenszustand erreicht haben – frei von Panikanfällen. Andere schwerwiegende Krankheiten haben keine vergleichbar gute Prognose und so sollte es doch enorm motivieren, sich auf den ’Rückweg’ aus dieser Störung zu machen!
  • viele Ex-Betroffene sagen sogar rückbetrachtend nach der Überwindung ihrer Panikstörung, dass diese sich für sie – trotz allem – als ein großes Geschenk erwiesen hat: denn ohne diese Zäsur wären sie niemals angefangen, ihr Lebens zu sortieren, zu verändern, unbearbeitete Konflikte in Angriff zu nehmen oder sich längst fälligen Themen zu stellen. Und diese Menschen sind sich sehr wohl dessen bewusst, dass sie statt der Panikstörung langfristig auch ganz andere Notbremsen hätten bekommen können – dann jedoch mit sehr viel schwerwiegenderen Konsequenzen, wie z. B. einem Herzinfarkt…
  • es zählt jeder Tag, um sich einer Panikstörung zu stellen: denn je länger eine solche Störung besteht, desto langwieriger ist natürlich der Prozess, um sie wieder loszuwerden. Insbesondere dann, wenn es erst einmal zu einem vollständigen sozialen Rückzug gekommen ist, die Vermeidung von alles und jedem und die enorme Hilfsbedürftigkeit als unumstößliche Tatsachen im Denken und Verhalten verankert sind, erfordert es sehr viel mehr Kraft, um eine Panikstörung zu überwinden (dennoch ist dies sehr gut möglich!). Deswegen gilt: je eher sich Betroffene damit intensiv auseinandersetzen, um die Störung zu überwinden, desto leichter!
  • mit fortschreitender Symptomatik können sich außerdem weitere ungute Phänomene einschleichen: vollständige Antriebslosigkeit (’klappt ja doch nicht‘), Selbstzweifel und Schuldgefühle gegenüber denjenigen, die einem helfen müssen, damit man überhaupt zurecht kommt. Oft gesellt sich dann zur Panikstörung auch noch eine Depression.
  • da es sich um ein er-lerntes Verhalten handelt, kann es auch wieder ver-lernt werden (auch wenn die Störung schon länger besteht). Die Voraussetzung ist, dass die Ursachen für die anfangs aufgetretenen Panikattacken bearbeitet, verarbeitet, verändert oder abgestellt werden (z.B. Problemkontexte, die einen erhöhten Stresslevel verursachen).

Somit sollte das erste Ziel also die liebevolle Akzeptanz der Tatsache sein, dass die eigene Psyche die Ursache für die auftretenden Panikattacken ist (nachdem körperliche Ursachen natürlich ausgeschlossen wurden!).

Der zweite Schritt besteht daran, sich auf die Suche zu machen, was nun Ursache(n) oder Auslöser für die Panikattacken bzw. Panikstörung sein könnte(n):

Und hier ist quasi alles in Betracht zu ziehen, was das Gehirn so sehr stresst oder gestresst hat oder an traumatische Vorerfahrungen erinnert (- auch wenn das die Suche nicht unbedingt vereinfacht):

  • So könnte z.B. die erste aufgetretene Panikattacke – vielleicht auch nur marginal – an sehr emotional belastende Erfahrungen der Kindheit (oder allgemein der Vergangenheit) erinnert haben, die nicht verarbeitet wurden, aus emotionalem Schutz verdrängt wurden oder schlichtweg nicht mehr erinnert werden (oder nur noch bruchstückhaft, indem man z.B. immer wieder eine gewisse Farbe wahrnimmt, einen Geruch, ein Geräusch oder ein Bild, welche direkt auf die damalige Situation hinweisen).
  • Auch Traumata können die Ursache von Panikattacken sein: 50% der Patienten, die eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, entwickeln auch Panikattacken! Bedenken Sie auch, dass für Kinderseelen sehr viel ‘geringere’ Auslöser traumatisch gewirkt haben könnten: z.B. der erste Kindergartentag ohne ’Mama’, ein Unfall in der frühen Kindheit etc.
  • Auch könnten die auftretenden Panikattacken eine unbewusste Schutzreaktion sein, um eine ‘körperliche Ausrede’ zu haben, um notwendige Veränderungen nicht machen zu können (müssen): Veränderungen, denen man sich dann unbewusst nicht gewachsen fühlen würde, zu denen man sich unbewusst genötigt fühlt, die man unbewusst ablehnt oder für die man glaubt, keine Kraft und Nervenstärke zu haben (z.B. eine Hochzeit einzugehen, den Partner mit einer Trennung zu konfrontieren oder sie selbst zu bewältigen, einen neuen Job mit Beförderung anzutreten etc.).
  • Die auftretenden Symptome könnten ebenso darauf aufmerksam machen, dass man schlichtweg ‘auf dem (emotionalem) Holzweg’ ist – also erst einmal innehalten und sortieren muss: etwas bildlich erklärt wäre die Panikstörung dann der Ausdruck des Krieges zwischen Kopf und Herz: da der Kopf nicht auf die Regungen des Herzens hört und sich permanent über die Wünsche des Herzens hinwegsetzt, koaliert das Herz schließlich mit dem Körper, um sich trotzdem durchzusetzen. Mithilfe der massiven körperlichen Reaktionen werden ab sofort sämtliche Versuche des Kopfes durch ‚körperliche Indisponiertheit‘ torpediert, die entgegen der Regungen des Herzens sind.
  • Und der kleine Zwillingsbruder der letzten beiden ist, dass Panikattacken verhindern könnten, verdrängte Gefühle ins Bewusstsein kommen zu lassen, die schmerzhaft sind oder unterdrückt werden und bei bewusstem Fühlen zu einer Veränderung der Einstellung und gegenwärtigen Lebensverhältnisse zwingen würden. Auch starke, unbewusste Ängste, wie  z.B. enorme (unbewusste) Versagensangst, große Existenzangst, Angst vor neuer, erhöhter Verantwortung usw. sind prädestiniert Panikattacken auszulösen.
  • Eine der sicherlich schwierigsten Erkenntnis ist die, dass Panikattacken deswegen bestehen, weil es einen heimlichen Gewinn gibt: z.B. eine längst fällige Trennung vom Partner nicht machen zu können, weil man ja ohne Partner nun nicht mehr zurechtkommen würde, dass sich der Partner wegen der Hilfsbedürftigkeit seines Panik-Partners nicht trennen kann, man sich durch Trennung mit Problemen wie Angst vor dem Alleinsein oder der Kränkung des Partners und der Suche nach einem neuen Partner auseinandersetzen müsste usw. Aber es könnte so auch unbewusst verhindert werden, dass man die berufliche Karriereleiter weiter empor-‚katapultiert‘ würde…
  • Und ‘last-but-not-least’ könnten Panikattacken ein Indiz für einen handfesten Burnoutprozess sein: denn anhaltender chronischer Stress, chronischer Ärger oder anhaltende Gefühle persönlicher Bedrohung (wie sie in einem Burnout-Prozess auftreten) führen zu verstärkter Freisetzung des Neurotransmitters Noradrenalin. Ausgehend vom Locus coerulus im Gehirn sorgt diese verstärkte Noradrenalin-Freisetzung im Frontalhirn für zunehmend verstärkte Wachsam- und Ängstlichkeit (besonders bei starken unbewussten oder sogar realen Ängsten, wie z.B. der Angst zu versagen oder die Existenz zu verlieren usw.): dadurch wird letztendlich der Sollwert für bedrohlich-einzustufende Reize und auszulösende panische Reaktionen (Panikattacken) so weit nach unten verschoben, dass plötzlich schon minimale, subtile Ängste oder Frustrationen oder etwas stärkere Reize – wie z.B. ein Bedrängungsgefühl im Fahrstuhl oder zu viel Koffein – vom Gehirn als ‘stark bedrohlich’ gewertet und mit intensiver Panik beantwortet werden. In dieser Sollwert-Veränderung als Folge lang anhaltender Belastung (Stress) mit anschließender Entwicklung von Panikattacken kann man also die Querverbindung zu einem Burnout ziehen. Und die Bildung von Panikattacken ist dabei sogar als sehr glücklich zu betrachten: denn so wird der Körper bereits – wie in einem letzten Aufbäumen – vor dem  klassischen, absoluten Lähmungszustand eines Burnouts aus dem Verkehr gezogen, damit er sich erholen muss!

Die Ursachen für Panikattacken können also individuell ganz verschieden sein!

Bei der Suche der Ursachen nach obiger Liste gibt es noch einen ganz wichtigen Punkt zu beachten:

Sollten Sie ein Betroffener sein und bei einem der Punkte spontan gedacht haben: ‘Quatsch! Das ganz und gar nicht!’ (oder ähnlich), dann sollten Sie diesen Punkt für sich besonders unter die Lupe nehmen: es könnte sich nämlich genau um Ihren blinden Fleck handeln, der Ihren Körper dazu veranlasst, Ihnen Panikattacken zu senden, damit Sie dort endlich einmal hinsehen…;)

Doch ganz gleich welche der Ursachen nun in Betracht kommen:

  1. Um aus einer Panikspirale wieder herauszukommen, ist es wichtig, mit Spezialisten die Ursachen zu ergründen und integrierend zu bearbeiten. (Bei Traumata oder einer Posttraumatischen Belastungsstörungen sollten spezielle Traumatherapeuten zu Rate gezogen werden, damit erst das Trauma bearbeitet wird, bevor mit einer Verhaltenstherapie (s.u.) begonnen werden kann).
  2. Erst danach sollten – falls nötig – Lebensanpassungen vorgenommen werden!
  3. Eine zusätzliche medikamentöse Stützung kann mit einem behandelnden Arzt begonnen werden. Dies ist in schweren und bereits lange chronischen Fällen sogar mitunter erfolgversprechender.
  4. Und im letzten Schritt sollten Betroffene sich nach Auseinandersetzung mit den Ursachen verhaltenstherapeutisch helfen lassen, um das lang etablierte Vermeidungsverhalten wieder zu verlernen und Schritt für Schritt wieder Vertrauen in die eigenen Körperfähigkeiten zu bekommen.

Dies insgesamt kann letztendlich zum angestrebten Ziel führen: ein Leben ohne Panik!

Ó Nicole Teschner, 2013